
Feuer und Flamme fürs Forschen Dass meine grosse Vorliebe künftig den Naturwissenschaften gelten würde, entdeckte ich bereits als dreizehnjähriger Schüler. Und zwei Jahre später hatte ich mich für die Chemie entschieden. Mit Begeisterung las ich die Entdeckerberichte und Biografien von bedeutenden Chemikern. Ich war Feuer und Flamme für die Forschertätigkeit, alles, was ich hörte und las, war unglaublich aufregend und mein Wissensdurst unersättlich. So wurde mir klar, dass ich mir meine berufliche Zukunft nur in der Forschung vorstellen konnte. Ich studierte Chemie in Wuppertal und Marburg. Nach meiner Doktorarbeit im Bereich der katalytischen Oxidation arbeitete ich als Forscher in Oxford, Cambridge, Paris und Lyon, bis ich zu Ciba kam, wo ich heute bei Group Research forsche.
Effektorientierte Zukunft Das Team von Group Research hat Spezialwissen in den Bereichen Synthese, Biokatalyse und Katalyse. Hinter der Biokatalyse und der Katalyse im Allgemeinen verbirgt sich Synthesetechnologie, die enorm breit anwendbar ist für viele Bereiche. Derzeit ist bei uns ein intensiver Prozess im Gange: Wir versuchen nun, unser umfassendes Knowhow für Effekt-Design auszunutzen. Dabei arbeitet Group Research mit externen Partnern von Universitäten und aus der Privatwirtschaft zusammen. Wir suchen ständig nach neuen Technologien sowie nach Partnern, die auf ihrem Gebiet ausgewiesene Experten sind. Wir Forscher von Group Research unterstützen die verschiedenen Segmente, indem sie ihr Fachwissen in der Herstellung von chemischen Substanzen in die Verfahrensentwicklung, für die Produktion und in die Forschung einbringen.
Forschungsnetzwerk pflegen Zu meinen wichtigsten Aufgaben gehört das Knüpfen von Kontakten mit externen Fachkräften sowohl von Universitäten und Instituten als auch aus der Privatwirtschaft. Die Pflege des Katalyseforschungsnetzwerks von Ciba ist ebenfalls Teil meiner Arbeit. Selbstverständlich ist das regelmässige Studieren von Fachliteratur für einen Wissenschaftler unverzichtbar – diese liefert Ideen und Anregungen für die Entwicklung neuer Technologien. Und schliesslich darf auch der genaue Beschrieb der neuen chemischen Verbindung für die Patentanmeldung nicht vergessen werden – denn bei neuen Entdeckungen beginnt die Zusammenarbeit mit der Patentabteilung bereits in einer frühen Phase.
Reaktionen live erleben 60 bis 70 Prozent meiner Tätigkeiten spielen sich jedoch im Labor ab. Das Forschen an sich stellt weiterhin meine grösste Leidenschaft dar. Die besten Notizen nützen nichts, wenn man die Reaktion nicht live miterlebt hat. Es ist ein bisschen so, wie wenn man ein Kind grosszieht, da will man von Anfang an dabei sein und so viel wie irgend möglich miterleben. Zudem schätze ich an meiner Arbeit besonders die Zusammenarbeit und den Austausch mit verschiedensten Experten der Synthese- und Katalysefachwelt.
Mehr Raum für Entdeckungen Die Arbeit der Forscher hat sich in den letzten Jahren durch neue Entwicklungen verändert. Hochleistungsexperimentiertechniken ermöglichen es uns, parallel mehrere Verbindungen zu synthetisieren und zu analysieren. Wir können nun viel mehr in kürzerer Zeit ausprobieren, was essenziell für neue Entdeckungen ist. Eine grosse Veränderung war auch unsere Zusammenarbeit mit externen Technologieexperten. Früher haben wir alles selbst gemacht, heute suchen wir nach externen Partnern. So können wir viel Zeit und Ressourcen sparen, was uns längerfristig ermöglicht, uns auch gezielt auf zukunftsträchtige Technologien wie Biotechnologie und supramolekulare Chemie zu konzentrieren.
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